Code & Capital - Quant Weekly

KW 37 | 13.09.2026

Datenstand: 13.09.26 07:00 Uhr

Hallo lieber Leser,

auf Reddit veröffentliche ich weiter Research aus dem System. Zuletzt 122 Quartalsmeldungen aus drei Monaten, davor sechs Depotgrößen von 15 bis 100 Titeln über 6,5 Jahre. Wer mitlesen will: https://www.reddit.com/user/derspekulant1

Markt-Barometer: Neutral (72/100) 📊

🟢 VIX: 15.8 — Niedrig
🟡 Fear & Greed: 33/100 — Angst
🟡 Langzins 30Y: 5.37% — Erhöht
🟢 S&P 200MA: 764.3 — 7.3% über 200MA

Markteinschätzung: Die Woche stand ganz im Zeichen der Fed-Sitzung am 16. September. Zum Wochenauftakt durchbrach Brent die Marke von 100 Dollar, am Mittwoch griff der Iran zehn Schiffe nahe der Straße von Hormus an und der Preis stieg auf 101,50 Dollar. Das war der größte Schlagabtausch seit Beginn des Konflikts. Vier Handelstage in Folge gaben S&P, Dow und Nasdaq nach. Am Donnerstag kamen Erzeugerpreise über der Erwartung und drückten zusätzlich. Am Freitag dann die Verbraucherpreise: 3,4 Prozent im Jahresvergleich, genau wie erwartet, aber die Kernrate stieg mit 0,3 Prozent stärker als die prognostizierten 0,2. Damit war die letzte Hoffnung auf eine ruhige Fed dahin. Die Terminmärkte preisen jetzt eine Zinserhöhung am Mittwoch mit rund 90 Prozent ein, vor dem Bericht waren es 70. Die zehnjährige Rendite kletterte zwischenzeitlich über 5 Prozent. Trotzdem drehten die Kurse am Freitag ins Plus und beendeten die Verlustserie, getragen von fallenden Ölpreisen und starken Cloud-Zahlen von Oracle. Auf Wochensicht blieb ein Minus von gut einem Prozent beim S&P, der Dow verlor mit rund zwei Prozent am deutlichsten, der Nasdaq 100 hielt sich am besten. Auffällig bleibt derselbe Widerspruch wie in der Vorwoche: Der VIX steht bei 15,8 und damit sehr tief, während der Fear & Greed Index mit 33 Angst anzeigt.

Quellen:
• VIX: CBOE/Yahoo Finance, Stand 13.09.2026
• Fear & Greed: CNN, Stand 13.09.2026
• Credit Spreads: HYG/LQD via Yahoo Finance, Stand 13.09.2026
• S&P 200MA: SPY via Yahoo Finance, Stand 13.09.2026

Aktie im Fokus: BE Semiconductor Industries N.V. (BESI)📈

Region: Niederlande 🇳🇱

Score: 64.0 | ROE: 37.6% | Margin: 43.5% | Momentum: +83.6% | P/E: 72.5 | Rev. Growth: 68.7%

Analysten: 22 Analysten | Kursziel: 300,36 | +58,7% zum aktuellen Kurs

Datenquelle: yfinance + FMP | Scan vom 13.09.2026 07:00

BE Semiconductor baut Maschinen, die fertige Chips zusammensetzen. Das klingt nach dem unscheinbaren Teil der Kette und ist gerade der interessanteste. Weil sich Strukturen kaum noch weiter verkleinern lassen, stapelt die Branche Chiplagen übereinander und verbindet sie direkt miteinander. Für dieses Verfahren liefert BESI die Anlagen, und bei KI-Beschleunigern und Speicherbausteinen führt praktisch kein Weg daran vorbei. Der Umsatz wuchs zuletzt um knapp 69 Prozent bei einer Marge von 43,5 Prozent, das ist einer der höchsten Werte im gesamten Universum. Genau diese Kombination aus Qualität, Wachstum und starkem Momentum hebt den Titel im Modell nach oben. Das Risiko steht daneben. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 72,5 ist selbst für einen Ausrüster hoch und unterstellt, dass das Tempo anhält. Die Kundenbasis ist schmal, ein einzelner verschobener Auftrag schlägt sofort auf die Zahlen durch. Und Ausrüster spüren jede Investitionspause ihrer Kunden zuerst.

Diese Aktie ist Teil unseres Universums von 843 gescannten Titeln aus 14 globalen Indizes. Die Platzierung im Ranking wird nicht genannt.

News der Woche 🗞️

•[Geopolitik] Ölpreis springt über 100 Dollar, Angriffe in der Straße von Hormus: Am Mittwoch stieg Brent wieder über 100 Dollar je Fass. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker, der Iran griff im Gegenzug mehrere Schiffe an und feuerte Raketen auf Jordanien. Seit Mitte der Vorwoche hatte der Preis damit fast 20 Prozent zugelegt, was die Inflationssorgen für die gesamte Woche antrieb. Quelle: ZDFheute | 09.09.2026

•[Aktien] Oracle verdoppelt den Cloud-Umsatz: Nach Börsenschluss am Donnerstag meldete Oracle 19,35 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, ein Plus von 30 Prozent. Das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur wuchs um 121 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekord von 664 Milliarden Dollar, darunter über 30 Milliarden an neuen KI-Verträgen. Die Aktie stieg nachbörslich um sieben Prozent. Quelle: Investing.com | 10.09.2026

•[Inflation] Kernrate über der Erwartung, Zinserhöhung fast eingepreist: Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,4 Prozent im Jahresvergleich und trafen damit die Prognose. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel legte mit 0,3 Prozent im Monat stärker zu als die erwarteten 0,2. Die Terminmärkte preisen für die Fed-Sitzung am 16. September nun rund 87 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung ein, vor dem Bericht waren es etwa 70. Quelle: Yahoo Finance| 11.09.2026

•[Märkte] Verlustserie endet am Freitag, Technologie führt: Nach vier Verlusttagen drehten die Indizes wieder ins Plus. Dow und Nasdaq gewannen 0,9 Prozent, der S&P 500 0,8. Getragen wurde die Erholung von fallenden Ölpreisen und den Cloud-Zahlen. Neun von elf Sektoren schlossen im Plus, angeführt von Technologie. Auf Wochensicht blieb trotzdem ein Minus. Quelle: XTB | 11.09.2026

•[Konjunktur] Verbraucherstimmung fällt, Inflationserwartung steigt: Die vorläufige Michigan-Verbraucherstimmung sank im September auf 47,8 und verfehlte die Erwartung. Die Inflationserwartung auf Sicht eines Jahres stieg auf 4,6 Prozent. Dieselpreise überschritten erstmals sechs Dollar je Gallone. Die Zahlen zeigen, dass der Ölpreis inzwischen bei den Verbrauchern ankommt. Quelle: Yahoo Finance | 11.09.2026

Wissen: Warum die Börse am Freitag auf eine erwartete Zahl reagiert hat

Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,4 Prozent, genau wie prognostiziert. Trotzdem sprang die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung von 70 auf fast 90 Prozent. Der Grund liegt in einer zweiten Zahl, die in den Schlagzeilen selten auftaucht. Die Gesamtinflation enthält Energie und Lebensmittel, und beides schwankt stark. Steigt der Ölpreis wie in dieser Woche um zwanzig Prozent, zieht das die Gesamtrate mit nach oben, ohne dass sich am Preisdruck im Rest der Wirtschaft etwas geändert hätte. Umgekehrt kann ein fallender Ölpreis echte Inflation verdecken. Deshalb schaut die Notenbank auf die Kernrate ohne diese beiden Posten. Die lag im August bei 0,3 Prozent im Monat statt der erwarteten 0,2. Klingt nach wenig, aufs Jahr gerechnet ist es der Unterschied zwischen rund 2,4 und rund 3,7 Prozent. Für die Fed ist das die Zahl, die zählt, weil sie anzeigt, ob der Preisdruck sich festgesetzt hat. Wer künftig eine Inflationsmeldung liest, sollte also weniger auf die große Zahl in der Überschrift achten und mehr darauf, was die Kernrate gemacht hat und ob sie über der Erwartung lag.

Wikifolio Update:

Am 13. März ist die Strategie gestartet, seit dem 9. Juni ist sie handelbar. Sechs Monate und zwei Rebalancings sind zu wenig für eine Aussage, aber genug für einen ersten Eindruck davon, wie sich das Modell mit echtem Geld verhält.

Der lehrreichste Teil war der Juli. Nach dem Rebalancing ging es deutlich nach unten, vom Höchststand bei 126 Punkten bis auf gut 107 Anfang August. Das war der Momentum-Crash, und ein Portfolio, das Momentum als einen seiner Faktoren führt, erwischt so eine Phase härter als ein breit gestreutes. Verkauft wurde trotzdem nichts, weil die Regel zwischen zwei Terminen keinen Eingriff vorsieht. Seitdem hat sich der Kurs auf 117,51 erholt. Vom eigenen Hoch sind das immer noch gut 6,7 Prozent Abstand.

Von den 30 Positionen stammen 14 noch vom ersten Tag im März.

ISIN: DE000LS9V052

Performance seit Start (13.03.2026):

  • Kurs: 117,51 € (+17.5%)

  • 1 Monat: +1.1%

  • Maximaler Verlust: -14.6%

  • Investiertes Kapital: 4230€

Nächstes Rebalancing: 1. Oktober 2026.

Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Aufforderung zum Handel dar. Alle Scores basieren auf einem quantitativen Modell und sind keine Handlungsanweisungen. Investitionsentscheidungen liegen in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Datenquellen: Yahoo Finance, FMP, cnn.com, CBOE. Alle Angaben ohne Gewähr.

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